Mark Schweizer
Justice - Justiz - Giustizia (Schweizerische Richterzeitung) 2007/3 (unveränderter Nachdruck in: Gass/Kiener/Stadelmann/Colliard/Mosimann/Zappelli (Hrsg.), Justiz ins Blickfeld, Bern 2009, 117-126)
Publication year: 2007

Der Bestätigungsfehler – oder die Bestätigungstendenz – ist die Neigung, eine vorgefasste Meinung beizubehalten und eine korrespondierende Abneigung, sie zugunsten einer neuen Überzeugung aufzugeben. Eine Hypothese kann vorschnell bestätigt werden, wenn man von vorneherein nur nach bestätigenden Informationen sucht, wenn man ambivalente Informationen, die sowohl für wie gegen die Hypothese sprechen können, konsequent als bestätigend auffasst, oder schliesslich, wenn man zwar bestätigende wie nichtbestätigende Indizien beachtet, die nichtbestätigendenen Indizien aber ungenügend gewichtet. Der Artikel stellt die psychologische Forschung zu Bestätigungstendenzen kurz dar und erläutert, wie sie sich im richterlichen Alltag auswirken können. Erwähnt wird auch, wie man Bestätigungsfehler vermeiden kann.

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